Die Arts & Crafts Bewegung und William Morris: 1860 »

The true secret of happiness lies in taking a genuine interest in all the details of daily life. Das wahre Geheimnis des Glücks liegt in einem tiefen Interesse an den Details des täglichen Lebens.

William Morris

Der Vorläufer aus dem Präraffaelismus

Mitte des 19. Jahrhunderts, während der Regentschaft von Königin Viktoria, ist die englische Malerei in der starren Tradition festgefahren. Als Reaktion auf diese Situation gründen drei Studenten der Royal Academy, Hunt, Millais und Rossetti, die präraffaelitische Bruderschaft. Sie streben nach einer völlig neuen Malerei, der nicht mehr die Renaissance sondern die freie Kunst des Mittelalters vor Raffael als Vorbild dient und lassen sich von der Lehre des einflussreichen Kunsthistorikers John Ruskin leiten. Ihre Gemälde sind farbenfroh, naturnah, gesellschaftskritisch und enthalten eine deutliche Symbolsprache und literarische Bezüge. Die Bruderschaft löst sich bald wieder auf, aber ihre Ideen werden in den nächsten fünfzig Jahren von der englischen Avantgarde übernommen werden.

Die zweite Generation, Edward Burne-Jones und William Morris, wenden die Prinzipien in der Arts and Crafts Bewegung auf Dekor, Möbel und Buchillustrationen an. (Quelle Musee d’Orsay)

(Source: design-is-fine)

William Morris mit 41, ein wichtiger Vertreter der Arts & Crafts Bewegung, seine Firma beeinflusste den Einrichtungsstil im frühen 20. Jahrhundert. Als Textildesigner gewann er internationale Anerkennung und seine floralen Muster leben bis heute fort. 

Morris (1834-1896) stammte aus einer vermögenden Familie. Er war ein seltsames Kind, das eine Rüstung trug und in der Natur die Vögel studierte. Im Kontakt mit den Präraffaeliten Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones fand er als junger Mann Gleichgesinnte, die mittelalterliche Poesie und gotische Kunst liebten und wie er den Sozialphilosophen Ruskin verehrten. Morris, Marshall, Faulkner & Co. wurde 1861 gegründet, die Firma produzierte und vertrieb Glas, Stoffe, Möbel, Teppiche und Tapeten. Gegen den schlechten Geschmack der Massenproduktion richtete sich das Ansinnen von Morris, die hohe Qualität von individuellem Handwerk und Gestaltung standen im Mittelpunkt der Philosophie. Er war nicht nur Designer, sondern Dichter, Architekt, Ingenieur und Drucker.

Morris hatte eine energetische Präsenz, manche fanden ihn attraktiv, andere schmuddelig und fett. Viele seiner Freunde nannten ihn Topsy, in Erinnerung an den Charakter aus Onkel Tom’s Hütte.

(Source: design-is-fine)

William Morris, Entwurfszeichnung für das Tapetendesign Acanthus, 1874. 

(Source: collections.vam.ac.uk, via design-is-fine)

Sanderson Wallpapers wirbt in den 1960ern mit William Morris in der Architectural Review. London. Our man talks William Morris.

(Source: serendipityproject.wordpress.com, via design-is-fine)

William Morris, Stoffdesign, 1876. 

"Have nothing in your house that you do not know to be useful, or believe to be beautiful."

(Source: vam.ac.uk, via design-is-fine)

Jane Burden, Ehefrau und Muse von William Morris, ein Supermodel seiner Zeit. Auch verewigt in Öl,  “Prosperpine” von Dante Gabriel Rossetti, 1874. Tate Gallery.

(Source: design-is-fine)

William Morris, Textimuster, Ende 19. Jahrhundert. Wolle, Mohair, Twill, gewebt. England.

(Source: collection.cooperhewitt.org, via design-is-fine)

Ein Blick in die Textildruck-Werkstatt von Morris und Musterbeispiele.

(Source: goodcrazy, via design-is-fine)

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